Behandlungen : Haartransplantation
Haartransplantation
Haarausfall, insbesondere in seiner häufigsten Form, die hormonell oder erblich bedingt ist und vor allem Männer trifft, lässt sich zwar in manchen Fällen medikamentös stoppen, ein Neuwuchs von Haaren ist aber damit nicht zu erreichen. In den letzten Jahren hat von daher die Haartransplantation von Eigenhaar zur Wiederherstellung von Haarwuchs bei Glatzenbildung oder Haarausfall an anderen Stellen des Körpers enorm an Bedeutung gewonnen. Andere Methoden, die zum Teil existieren, wie Fremdhaarverpflanzung oder die Kopfhaut einzuschneiden haben sich dagegen kaum bewährt. Die Erfolgsquote bei Eigenhaarverpflanzungen liegt durchaus in Bereichen von über 90%, d.h. nur jedes zehnte entnommene Haar kann nicht wieder angesiedelt werden. Die genetische Veranlagung zum Haarausfall kann aber auch die Transplantation nicht verändern, sie stellt lediglich eine kurzfristige kosmetische Korrektur dar, die gegebenenfalls nach einiger Zeit neu vorzunehmen ist.
Bei den unterschiedlichen Methoden der Haartransplantation ist jeweils das Ziel, die eigenen Haare an Stellen wie dem Hinterkopf, wo generell wenig Haarausfall staatfindet zu entnehmen und an von Haarausfall betroffenen Stellen wieder einzusetzen, um so die verbliebenen Haare gleichmässiger zu verteilen.
Zu den ältesten Methoden gehört die Punch- oder Durchschlagtechnik, bei der kleine Durchschläge verwendet werden, um behaarte Hautteile an andere Stellen des Körpers zu verpflanzen. Die Methode existiert schon über 60 Jahre.
Die Mini/Micrografts (MMG)-Methode ist die wohl in Deutschland am häufigsten angewendete Technik. Dabei entnimmt man dem Patienten einen behaarten Hautsteifen und zerteilt diesen in mittlere (Minigrafts) und kleinere Hautteile (Micrografts) mit Haarwurzeln, die dann an den entsprechenden Stellen eingesetzt werden. Diese Methode kann mit örtlicher Betäubung vorgenommen werden und ist ebenfalls schon sehr lange in Gebrauch.
Eine Weiterentwicklung der MMG-Methode ist die Einsetzung follikularer Einheiten (FUI). Bei dieser wird in ähnlicher Weise ein Haarstreifen entnommen, aber in sogenannte follikulare Einheiten zergliedert, die eher der natürlichen Bündelung der Haare entsprechen. Diese Einheiten werden dann in die zu behandelnden Stellen eingesetzt.
Die derzeit modernste Möglichkeit ist schließlich die Follicular Unit Extraction (FUE) und Insertion (FUI), bei eben die sogenannten Haarbündel oder fillikulare Einheiten einzeln mit Hohlnadeln entnommen werden und in den zu besiedelnden Teilen neu eingesetzt werden. Der große Vorteil daran ist, dass man auch auf Körperhaareinheiten zurückgreifen kann, wobei diese allerdings von Struktur und Farbe passend sein müssen. Nachteilig ist sicherlich der hohe zeitliche Aufwand bei dieser Methode.
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