Behandlungen : Haarverpflanzung
Haarverpflanzung
Bei der Haarverpflanzung oder auch Eigenhaarverpflanzung/Haarumverteilung werden Haare vom Hinterkopf und oberhalb der Ohren (Donor-Area) entnommen und anschließend auf die kahlen Gebiete des Oberkopfes umverteilt. Dadurch soll der Eindruck entstehen, dass deutlich mehr Haar auf dem Kopf vorhanden ist als vorher. Die Donorhaare stehen aber nur einmal und nicht unendlich zur Verfügung und müssen deshalb möglichst effizient umverteilt werden, damit auch für später auftretenden Haarausfall noch genügend vorhanden sind.
Bei einer Haarverpflanzung ist eine gründliche, vorherige Planung wichtig. Dabei wird der zukünftige Haarverlauf möglichst genau abgeschätzt und auch die Familiengeschichte des Patienten miteinbezogen. Auch das Alter des Patienten spielt eine wichtige Rolle, da bei jüngeren Patienten die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass der Haarausfall weiter fortschreitet als bei älteren Patienten. Damit die Haarlinie auch im Alter noch natürlich aussieht, wird mit einer Mikroskopie die Haardichte gemessen. So ermittelt man die Follikularen Einheiten oder Grafts, die für die Transplantation benötigt werden.
Bei der Transplantation gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Die neueste Methode ist die Follicular Unit Extraction & Follicular Unit Insertion. Die Follikularen Einheiten werden dabei mit einer Hohlnadel entnommen und in das Zielgebiet eingesetzt. Auf diese Weise können auch Körperhaare transplantiert werden.
Eine andere Möglichkeit ist die Streifenentnahme bei der ein behaarter Hautstreifen entnommen, in Follikulare Einheiten zergliedert und dann umverteilt wird.
Die in Deutschland am weitesten verbreitete Methode ist die Entnahme eines behaarten Hautstreifens und dessen Gliederung in mittlere und kleinere Hautteile mit Haarwurzeln, sog. Mini- und Micrografts. Diese Grafts werden dann in die betroffenen Gebiete eingesetzt.
Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist daher schmerzfrei. Nach dem Eingriff kann es zu Schwellungen kommen, die auch auf das Gesicht übergehen können. Diese klingt im Normalfall nach 5 Tagen ab, kann jedoch auch 2-3 Wochen anhalten.
An den Empfangsstellen entstehen Krusten, die sich nach ca. 10 Tagen von selbst lösen. Die Stellen können danach noch gerötet sein, daher sind 14 Tage Urlaub nach dem Eingriff ratsam.
Bei Anwendung der Streifenmethode werden die Fäden nach ca. 2 Wochen entfernt.
Nach 2-6 Wochen fallen die transplantierten Haare zunächst aus, da die Haarwurzeln durch die Transplantation zunächst in eine Ruhephase eintreten. Nach 3-5 Monaten beginnen die Haarwurzeln in der Regel mit der Produktion neuer Haare. Da das Haarwachstum jedoch nicht gleichzeitig beginnt, entsteht zunächst ein unregelmäßiges Haarbild. Bei manchen Patienten beginnt die Produktion auch erst nach 8-10 Monaten. Im Normalfall spricht man nach 12 Monaten vom Endresultat der Transplantation.
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